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Bielefeld
hat eine vielfältige, lebendige und untereinander vernetzte
freie Chorszene - das Quintenkomplott bildet darin eine feste Größe und genießt
innerhalb dieser Szene und beim Publikum den Ruf eines ambitioniert
arbeitenden und auftretenden a-cappella-Chores.
Chorleitung
(bis 2005 Michael Hein, bis Sommer 2011 Moritz Reinisch und nun Leander Kempen) und Chormitglieder
erarbeiteten mit den Jahren ein breites Repertoire, das vor
allem alter und neuer Chormusik zugewandt ist, aber auch Jazz,
deutsche und internationale Lieder und experimentelle Klänge
umfasst. Im Frühjahr 2006 trat das Quintenkomplott mit einer "Jazzy Journey", einer Reise durch die
Jazz-Standarts der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts,
an die Öffentlichkeit. Das jüngste Programm verband
melancholische Heine-Vertonungen (Mendelssohn-Bartholdy), Volksliedvertonungen
von Max Reger und den Hindemith-Zyklus "Six Chansons"
(Vertonungen französischsprachiger Rilke Gedichte) mit
einem literarischen Text über den Tod. Unter dem Titel
"Wenn der Tod das Leben küsst" wurde dieses
Programm im Herbst 2009 in zwei Konzerten aufgeführt
und fand begeisterte Resonanz.
Hat sich der Bielefelder Chor Quintenkomplott im Jahr 2009 schon in seinem Konzert "Wenn der Tod das Leben küsst" den großen Gefühlen von Vergänglichkeit, Sterben und Tod musikalisch gestellt, so wagt er sich im Jahr 2010 an die Aufführung der Barockoper "Dido & Aeneas" von Henry Purcell (1659-95). Welches Genre sonst kann wohl besser alle Facetten dieser Geschichte aus der griechischen Mythologie widerspiegeln als die Oper: Sehnen, Hoffen, Liebe, Leidenschaft, Intrige, Verzweiflung, Tod.
Die englischsprachige Oper "Dido & Aeneas" gehört zu den wichtigsten musikdramatischen Werken des Barock, besteht aus drei Akten und dauert in der heute überlieferten, unvollständigen Form nur etwa eine Stunde. Das bekannteste Stück ist vermutlich Didos Klage "When I am laid in earth". Dem Chor kommt in dem Werk eine ungewöhnlich tragende Rolle zu.
Gemeinsam mit begeisternden, jungen Solisten und begleitet auf alten Instrumenten durch das renommierte Orchester Neumeyer Consort präsentierte der Laienchor z.T. szenisch die Oper unter der Gesamtleitung von Moritz Reinisch. Er ist Vollblutmusiker, Chorleiter, Instrumentalpädagoge, Tonmeister und z.Zt. Referendar in Detmold.
Für das Quintenkomplott war dieses Projekt sowohl eine musikalische und technische Herausforderung als auch eine neue spannende Erfahrung über den Rahmen des gewohnten A-cappella-Gesanges hinaus.
Ermöglicht wurde dieses Projekt u.a. durch die sehr hilfreiche und z.T. großzügige Unterstützung der Sparkassenstiftung, der Hanns-Bisegger-Stiftung, der Stadtwerke Bielefeld und der Kaufmannschaft Altstadt Bielefeld.
Wechsel und Veränderung waren in den vergangenen Monaten für das Quintenkomplott bestimmendes Thema - nicht nur im musikalischen Sinn. Zum letzten Mal war der Bielefelder Chor unter der Leitung von Moritz Reinisch, der aus beruflichen Gründen Bielefeld verlässt, am Samstag, 9.7.2011 und Sonntag, 10.7.2011 zu hören. Das Sommerkonzert war ein Wechselkonzert: Das Publikum war eingeladen, sich mit dem Chor von Ort zu Ort, von einer Stilrichtung, einer Stimmung zur anderen, von neuen zu alten Programmteilen zu bewegen.
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